Zielgruppe


Zielgruppe unserer Angebote sind sozial ausgegrenzte bzw. benachteiligte Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer finanziellen oder persönlichen Situation hilfsbedürftig sind und Unterstützung benötigen.

Demnach gelten für den Verein folgende Merkmale als hilfsbedürftig:

 

1) Materielle Hilfsbedürftigkeit: 

Dies betrifft Familien, die in finanzieller Armut leben bzw. von dieser betroffen sind. Hierzu zählenvor allem Personen, die arbeitslos sind, von Mindestsicherung leben oder Notstandshilfe beziehen.  Wichtige Teilhabechancen wie z.B. die Nachmittagsbetreuung (Hort, Nachhilfe, etc.) sind für die Betroffenen nicht oder nur sehr schwer finanzierbar.
Erhöhte Ausgaben aufgrund einer speziellen gesundheitlichen Situation in der Familie verstärken die materielle Hilfsbedürftigkeit. 

 

2) Persönliche Hilfsbedürftigkeit:

Als persönlich hilfsbedürftig gelten Kinder und Jugendliche;

a) die aufgrund ihrer gesundheitlichen Lage (z.B. einer körperlichen und/oder geistigen Behinderung) in ihrer persönlichen Entwicklung benachteiligt sind und somit Förderung/Unterstützung benötigen. Hierzu zählen unter anderem Entwicklungsverzögerungen, diagnostizierte Lernbehinderungen bzw. Teilleistungsstörungen wie Sprachentwicklungsstörungen, Gehörbeeinträchtigungen, etc.
Als Beispiele für persönliche Hilfsbedürftigkeit sind ADHS, Legasthenie, Dyskalkulie und sonderpädagogischer Förderbedarf zu nennen.

b) die Traumatisierungen bzw. einschneidenden Erlebnissen wie z.B. Flucht, Trennung der Eltern oder Missbrauch erfahren haben. 

c) die sich in einer sonstigen psychisch belastenden Situation befinden, z.B. Schulverweigerung oder Schul- und Prüfungsangst, Mutter oder Vater ist alleinerziehend und überfordert, etc. 

d) armutsgefährdete Jugendliche, die Hilfe bei der Jobsuche benötigen oder eine Lehrstelle suchen

Für die Anmeldung einer Betreuung bei JUHU! muss entweder materielle Hilfsbedürftigkeit zutreffen oder es müssen ein bis zwei Kriterien für persönliche Hilfsbedürftigkeit gegeben sein.

Ziel unserer Unterstützungsleistungen ist es, ungleiche Startbedingungen auszugleichen und eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben zu ermöglichen. Dadurch sollen soziale Benachteiligungen abgebaut und Chancengerechtigkeit gefördert werden. 

 

Statistische Daten Sommersemester 2018

1.) Einteilung nach Nationalitäten:

 

 

 

 

 

2.) Einteilung nach Geschlecht:

 

 

 

 

 

 

 

 

3.) Anteil alleinerziehender Personen bei den Erziehungsberechtigten:

4.) Altersverteilung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

Erfolgsgeschichten unserer Kinder und Jugendlichen aus der Lernbetreuung im Sommersemester 18

Zwecks Datenschutz wurden Namen, Alter und fallweise auch das Geschlecht der einzelnen Personen geändert. Eine Personifizierung ist somit nicht mehr möglich.

Beispielgeschichten:

Pia, 12

Pia kam zu uns, weil sie Hilfe in den Hauptfächern (Deutsch, Mathe und Englisch) benötigte. In allen drei Fächern war sie gefährdet. Der schulische Druck belastete sie sehr und sie hatte Angst, das Jahr wiederholen zu müssen. Das wollte sie jedoch auf keinen Fall und so beschloss ihre Mutter, sie bei JUHU! anzumelden. Pia lebt mit ihrer Mutter, ihren Vater hat sie schon lange nicht mehr gesehen. Die Familie ist auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen. Aus diesem Grund konnte sich die Mutter auch keine Nachhilfe bzw. Nachmittagsbetreuung leisten. Umso mehr freuten sie sich, als sie von der gratis Lernunterstützung unseres Vereins erfuhren.

Pia kommt sehr gerne zu JUHU, ist fleißig und bemüht sich sehr. Sie ist dankbar, dass wir uns Zeit für sie nehmen und auf ihre verschiedenen Fragen und Bedürfnisse eingehen. Schon bald zeigt sich das auch in ihrer schulischen Leistung. Pia bringt seit langem wieder gute Noten nach Hause. Ihre Mutter ist sehr froh darüber, schließlich hat sie das auch sehr belastet. Pia wird dank JUHU das Jahr nicht wiederholen müssen, sondern ohne Nachprüfung in die dritte Klasse aufsteigen.

Jakob, 13 Jahre

Jakob kam zu uns, weil seine Mutter mit ihm überfordert war. Sämtliche Maßnahmen, den schulischen Erfolg des Jungen zu verbessern und seine soziale Kompetenz zu steigern, haben nichts bewirkt. Jakob ist ein sehr verschlossener Junge und baut nur schwer Vertrauen zu pädagogischen Bezugspersonen auf. Dies hat auch mit seiner Vergangenheit zu tun. Seit er bei uns ist, ist er richtig aufgeblüht. Er geht wieder gerne in die Schule, schreibt gute Noten und versteht sich super mit den PädagogInnen von JUHU!.

Florian, 14 Jahre

Florian ist Einzelkind und lebt mit seiner Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Durch die Schulsozialarbeiterin kam Florian zu JUHU!. Florian war damals ein sehr auffälliges Kind, verweigerte schulische Anweisungen (Hausübungen, Tests, etc.) und vermied soziale Kontakte mit seinen MitschülerInnen. Seine LehrerInnen, seine Schulsozialarbeiterin als auch seine Mutter waren sehr verzweifelt. Sämtliche schulische und außerschulische Maßnahmen waren vergebens. Anfänglich zeigte Florian dieses Verhalten auch bei JUHU!, war trotzig, gelangweilt und vergaß mit Absicht seine Lernsachen. Doch nach kurzer Zeit baute er eine Vertrauensbeziehung mit den BetreuerInnen auf und gewann Gefallen an dem Konzept von JUHU!. Seine schulischen Leistungen verbesserten sich, er brachte endlich, wie davor vergeblichst von der Klassenlehrerin gefordert, Hausübungen und überraschte sogar seine Sozialarbeiterin. Außerdem hat er einige Freunde bei JUHU! gefunden. Wir sind stolz auf Florian und freuen uns, dass er die gratis Lernbetreuung auch im nächsten Semester wieder in Anspruch nehmen wird.

Farzaneh 14

Farzanehs Eltern sprechen kaum Deutsch und sind beide arbeitslos. Sie leben von Mindestsicherung. Trotzdem haben sie einen sehr hohen Anspruch an ihre Tochter. Diese geht ins Gymnasium, tat sich jedoch in einigen Fächern sehr schwer. Von zu Hause konnte sie keine Hilfe beim Lernen erwarten und für die Nachhilfe reichte das Geld der Familie nicht. Schließlich kam sie zu JUHU!. Eigentlich hatten wir es sehr leicht mit ihr, da Farzaneh sehr höflich, freundlich und lernwillig war. Sie brauchte einfach nur etwas Unterstützung beim Lernen. Schon bald wurde sie jedoch sehr selbstständig und schrieb sogar ihre erste Eins. Wir gratulieren ihr herzlich zu diesem tollen Erfolg.

Ali, 8 Jahre

Als Ali das erste Mal bei uns war, konnte er kaum Deutsch sprechen. Hinzu kam, dass er in seiner Muttersprache nicht alphabetisiert war. Seine Eltern mussten vor einigen Jahren nach Wien flüchten. Ihre finanzielle Situation war sehr schlecht. Ali ging zwar schon in die erste Klasse VS, den Hort konnten sich die Eltern jedoch nicht leisten. Als er zu JUHU! kam, war er sehr schüchtern und zurückhaltend. Er erzählte einmal, dass er kaum Freunde hat, da er, anders als die anderen, nach der Schule nicht in den Hort gehen kann. Außerdem kam er in der Schule kaum mit, zum einen, weil er große Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hatte, zum anderen, weil ihm die Deutsch sprechenden Bezugspersonen fehlten. Seine Eltern konnten ihm leider auch nicht helfen, da sie selbst kaum Deutsch konnten. Umso mehr freut es uns, dass Ali jetzt immer besser wird, dem Schulstoff endlich folgen kann und sich dadurch seine schulischen Leistungen verbessert haben. Natürlich wissen wir, dass es noch ein langer Weg für Ali sein wird und er noch viel Unterstützung benötigt, jedoch freut es uns, dass seine Versetzung nicht mehr gefährdet ist. Zudem hat er endlich deutschsprechende Bezugspersonen gefunden, mit denen er eine Freundschaft aufbauen konnte.