Erfolgsgeschichten unserer Kinder und Jugendlichen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit der Eröffnung des Lern- & Beratungszentrums in Wien Meidling im März 2018 kann JUHU! zahlreiche Erfolge verbuchen. Über einige wollen wir hier berichten.

Doch um die Erfolgsgeschichten unserer Kinder und Jugendlichen zu verstehen, ist es notwendig zu erwähnen, dass die Kinder aus einer akuten Hilfsbedürftigkeit zu uns kommen. Viele leben in ärmlichen Verhältnissen, haben unterschiedliche Traumatisierungen erlebt und sind auf die Hilfe und Unterstützung anderer angewiesen. Aus diesem Grund freut es uns umso mehr, hier über die Entwicklungsschritte unserer Kinder und Jugendlichen berichten zu können.

1. Grundstein unseres Erfolgs

Um diese Erfolge zu ermöglichen, braucht es ein professionelles Team und ein gutes pädagogisches Konzept, das sich an den Bedürfnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer orientiert. Im Folgenden sollen die Grundlagen unserer Arbeit genannt werden. Diese machen die Betreuung bei JUHU! so einzigartig und sind die Basis für die Erfolgsgeschichten unserer Kinder und Jugendlichen. 

  • Individueller Betreuungsplan:
    Zu Betreuungsbeginn wird der jeweilige Unterstützungsbedarf ermittelt. Dieser nützt die persönlichen Ressourcen der Kinder und strebt eine selbstbestimmte Lebensführung an. Talentförderung steht im Vordergrund
  • Setting:
    • enger Betreuungsschlüssel (max. 2 Kinder pro Pädagogin bzw. Pädagogen)
    • kleine Lerngruppen (max. 6-8 Kinder pro Lerngruppe)
    • angenehme Lernatmosphäre in der Lernen Spaß macht
    • vertrauensvolle, wertschätzende Beziehung zu den Lernbetreuerinnen- & Betreuern
  • Reflexionsrunden: 
    Am Ende jeder Lernbetreuungseinheit gibt es eine tägliche Reflexionsrunde im Team. Hier werden die jeweiligen Entwicklungen und Fördermaßnahmen der einzelnen Kinder und Jugendlichen gemeinsam besprochen.

2. Einige Erfolgsgeschichten zum Nachlesen

Zwecks Datenschutz wurden Namen, Alter und fallweise auch das Geschlecht der einzelnen Personen geändert. Eine Personifizierung ist somit nicht mehr möglich.

Lara, 9 Jahre

Lara kommt ursprünglich aus Serbien. Sie lebt mit Ihrer Mutter und ihren vier Geschwistern seit 2014 in Österreich. Die Mutter ist arbeitslos und spricht kaum Deutsch. Daher kann sie Lara nicht beim Lernen unterstützen. Eine Nachhilfe ist für die Familie nicht finanzierbar. Diese hätte das Mädchen jedoch dringend benötigt. Ihre Leistungen in Mathe und Deutsch waren sehr schwach und allgemein mangelte es ihr an Lernmotivation und Selbstvertrauen. Aus diesem Grund kam Lara Anfang des Jahres zu uns in die Lernbetreuung. Schon bereits nach einigen Wochen verbesserten sich ihre schulischen Leistungen sehr. Auf ihre Mathe-Schularbeit bekam sie sogar ein „Gut“. Die Mutter konnte dies gar nicht glauben und ist sehr dankbar, dass Lara zu uns kommen kann. 

Amin, 16 Jahre

Amin ist ein sehr stiller und höflicher junger Mann. Er ist vor zwei Jahren mit seiner Familie nach Österreich gekommen. Da er einen sehr hohen Anspruch an sich hat, möchte er immer viel lernen und gute Noten schreiben. Eigentlich ist Amin sehr selbstständig und motiviert. Er braucht lediglich Unterstützung bei Deutsch und Englisch, da er sich mit Sprachen sehr schwer tut und hier vor allem Probleme beim sinnerfassenden Lesen und bei der Grammatik hatte. In allen anderen Fächern war er immer sehr gut. Da er später einmal Medizin studieren möchte, will er unbedingt einen Matura-Abschluss machen. Seine Eltern können ihm jedoch keine Nachhilfe finanzieren und sprechen selbst kaum Deutsch. Aus diesem Grund helfen wir ihm dabei, seine Sprachkenntnisse zu verbessern und seinen Traumberuf zu verwirklichen. 

Pia, 12 Jahre

Pia kam zu uns, weil sie Hilfe in den Hauptfächern (Deutsch, Mathe und Englisch) benötigte. In allen drei Fächern war sie gefährdet. Der schulische Druck belastete sie sehr und sie hatte Angst, das Jahr wiederholen zu müssen. Das wollte sie jedoch auf keinen Fall und so beschloss ihre Mutter, sie bei JUHU! anzumelden. Pia lebt mit ihrer Mutter, ihren Vater hat sie schon lange nicht mehr gesehen. Die Familie ist auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen. Aus diesem Grund konnte sich die Mutter auch keine Nachhilfe bzw. Nachmittagsbetreuung leisten. Umso mehr freuten sie sich, als sie von der gratis Lernunterstützung unseres Vereins erfuhren.

Pia kommt sehr gerne zu JUHU, ist fleißig und bemüht sich sehr. Sie ist dankbar, dass wir uns Zeit für sie nehmen und auf ihre verschiedenen Fragen und Bedürfnisse eingehen. Schon bald zeigt sich das auch in ihrer schulischen Leistung. Pia bringt seit langem wieder gute Noten nach Hause. Ihre Mutter ist sehr froh darüber, schließlich hat sie das auch sehr belastet. Pia wird dank JUHU das Jahr nicht wiederholen müssen, sondern ohne Nachprüfung in die dritte Klasse aufsteigen.

Jakob, 13 Jahre

Jakob kam zu uns, weil seine Mutter mit ihm überfordert war. Sämtliche Maßnahmen, den schulischen Erfolg des Jungen zu verbessern und seine soziale Kompetenz zu steigern, haben nichts bewirkt. Jakob ist ein sehr verschlossener Junge und baut nur schwer Vertrauen zu pädagogischen Bezugspersonen auf. Dies hat auch mit seiner Vergangenheit zu tun. Seit er bei uns ist, ist er richtig aufgeblüht. Er geht wieder gerne in die Schule, schreibt gute Noten und versteht sich super mit den PädagogInnen von JUHU!.

Florian, 14 Jahre

Florian ist Einzelkind und lebt mit seiner Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Durch die Schulsozialarbeiterin kam Florian zu JUHU!. Florian war damals ein sehr auffälliges Kind, verweigerte schulische Anweisungen (Hausübungen, Tests, etc.) und vermied soziale Kontakte mit seinen MitschülerInnen. Seine LehrerInnen, seine Schulsozialarbeiterin als auch seine Mutter waren sehr verzweifelt. Sämtliche schulische und außerschulische Maßnahmen waren vergebens. Anfänglich zeigte Florian dieses Verhalten auch bei JUHU!, war trotzig, gelangweilt und vergaß mit Absicht seine Lernsachen. Doch nach kurzer Zeit baute er eine Vertrauensbeziehung mit den BetreuerInnen auf und gewann Gefallen an dem Konzept von JUHU!. Seine schulischen Leistungen verbesserten sich, er brachte endlich, wie davor vergeblichst von der Klassenlehrerin gefordert, Hausübungen und überraschte sogar seine Sozialarbeiterin. Außerdem hat er einige Freunde bei JUHU! gefunden. Wir sind stolz auf Florian und freuen uns, dass er die gratis Lernbetreuung auch im nächsten Semester wieder in Anspruch nehmen wird.

Farzaneh, 14 Jahre

Farzanehs Eltern sprechen kaum Deutsch und sind beide arbeitslos. Sie leben von Mindestsicherung. Trotzdem haben sie einen sehr hohen Anspruch an ihre Tochter. Diese geht ins Gymnasium, tat sich jedoch in einigen Fächern sehr schwer. Von zu Hause konnte sie keine Hilfe beim Lernen erwarten und für die Nachhilfe reichte das Geld der Familie nicht. Schließlich kam sie zu JUHU!. Eigentlich hatten wir es sehr leicht mit ihr, da Farzaneh sehr höflich, freundlich und lernwillig war. Sie brauchte einfach nur etwas Unterstützung beim Lernen. Schon bald wurde sie jedoch sehr selbstständig und schrieb sogar ihre erste Eins. Wir gratulieren ihr herzlich zu diesem tollen Erfolg.

Ali, 8 Jahre

Als Ali das erste Mal bei uns war, konnte er kaum Deutsch sprechen. Hinzu kam, dass er in seiner Muttersprache nicht alphabetisiert war. Seine Eltern mussten vor einigen Jahren nach Wien flüchten. Ihre finanzielle Situation war sehr schlecht. Ali ging zwar schon in die erste Klasse VS, den Hort konnten sich die Eltern jedoch nicht leisten. Als er zu JUHU! kam, war er sehr schüchtern und zurückhaltend. Er erzählte einmal, dass er kaum Freunde hat, da er, anders als die anderen, nach der Schule nicht in den Hort gehen kann. Außerdem kam er in der Schule kaum mit, zum einen, weil er große Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hatte, zum anderen, weil ihm die Deutsch sprechenden Bezugspersonen fehlten. Seine Eltern konnten ihm leider auch nicht helfen, da sie selbst kaum Deutsch konnten. Umso mehr freut es uns, dass Ali jetzt immer besser wird, dem Schulstoff endlich folgen kann und sich dadurch seine schulischen Leistungen verbessert haben. Natürlich wissen wir, dass es noch ein langer Weg für Ali sein wird und er noch viel Unterstützung benötigt, jedoch freut es uns, dass seine Versetzung nicht mehr gefährdet ist. Zudem hat er endlich Deutsch sprechende Bezugspersonen gefunden, mit denen er eine Freundschaft aufbauen konnte.